Angesichts der immer stärkeren Ausbreitung der neuen Corona-Variante Omikron in Deutschland sollen Auffrischimpfungen auf noch breiterer Front vorankommen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) versicherte am Donnerstag (13. Januar 2022), für jeden, der dies jetzt wolle, stehe der Impfstoff zur Verfügung. "Durch diese Kampagne kann es gelingen, aus der Wand der Omikron-Welle einen steilen Hügel zu machen oder zumindest die Höhe der Wand zu begrenzen." Die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht sich nun generell für Auffrischimpfungen auch für Kinder von 12 bis 17 Jahren aus.

Die Zahl der an einem Tag gemeldeten Neuinfektionen überschritt am Freitagmorgen 90.000. Im Bundestag erläuterte Lauterbach, dass es mit Alltagsauflagen gelungen sei, auch die Omikron-Welle zu verlangsamen, sodass hohe Fallzahlen wie in Nachbarländern bisher nicht erreicht worden seien. Die Beschränkungen reduzierten die Gesamtkontakte aktuell um die Hälfte im Vergleich zur Vor-Pandemie-Zeit. Dies habe zahlreiche Todesfälle verhindert. Er appellierte zugleich an alle Ungeimpften: "Viele von uns erbringen große Opfer, um Sie zu schützen. Bitte ergreifen Sie die Gelegenheit zumindest zur ersten Impfung."

Stiko rät auch bei Jugendlichen zur dritten Impfung

Die Stiko befürwortet nun generell Booster-Impfungen für Kinder zwischen 12 bis 17 Jahren mit dem Impfstoff von Biontech "in der altersentsprechenden Dosierung" und mindestens drei Monate nach der vorangegangenen Impfung, wie das RKI mitteilte. Der Entwurf muss noch in ein Stellungnahmeverfahren, ist also noch keine endgültige Empfehlung.

Die Lage mit stark steigenden Fallzahlen durch Omikron mache eine Ausweitung der Impfkampagne nötig. Bislang werden Booster für Kinder ab 12 in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. Lauterbach begrüßte die schnelle Reaktion des unabhängigen Gremiums: "Jetzt haben alle Jugendlichen und ihre Eltern Gewissheit."

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger hat die Stiko-Empfehlung zur Booster-Impfung mit Blick auf den Schulbetrieb im Land begrüßt. Es sei gut, dass die Ständige Impfkommission in dieser Frage Klarheit geschaffen habe, sagte die FDP-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. "Das Boostern von 12- bis 17-Jährigen erhöht den Schutz vor Omikron. Es ist damit auch ein Beitrag zur Offenhaltung der Schulen. Dort brauchen wir jetzt mehr niedrigschwellige Impfangebote."

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Lauterbach warb zudem erneut für die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht als "sichersten und schnellsten Weg" aus der Krise. Er machte deutlich, dass dies auch moralisch geboten sei: "Wenn wir uns alle weigern würden, die gut erforschte und nebenwirkungsarme Impfung zu nutzen, um uns selbst und andere vor Tod und schwerer Krankheit zu schützen, würden wir die Pandemie wahrscheinlich nie beenden können." Daher könne eine solche Verweigerung nie die Maxime des Handelns für alle sein. Eine Kombination von Impfung und Medikamenten-Behandlung sei eine realistische, maßvolle Möglichkeit. "Wir beenden damit einen Belagerungszustand unserer Gesellschaft durch ein Virus."

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In Test-Laboren nimmt die Auslastung inzwischen zu. "Die hohen Infektionszahlen gehen mit vielen Tests einher. Weil derzeit kaum priorisiert wird bei PCR-Tests, stoßen die Labore in Deutschland zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen", sagte der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin, Michael Müller, im Interview mit der "Rheinischen Post". Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums von Montag war die mögliche Wochenkapazität von 2,4 Millionen PCR-Tests mit zuletzt bis zu 1,5 Millionen Tests zunächst aber noch nicht ausgereizt.

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