Am Dienstag (11. Januar 2022) hat ein Mann in einem Linienbus in Braunschweig einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten. Wie die Feuerwehr Braunschweig im Nachhinein mitteilte, hatten während der Reanimationsversuche einige Menschen "nichts anderes zu tun gehabt, als die Situation zu filmen."

Zunächst hatte eine Krankenschwester mit telefonischer Unterstützung der Rettungsleitstelle versucht, den Mann wiederzubeleben. Später kam noch die Besatzung eines Löschfahrzeugs der Berufsfeuerwehr hinzu. Dennoch gelang es ihnen nicht, den Fahrgast zu retten.

Einsatzkräfte versuchen Fahrgast in Bus wiederzubeleben: Schaulustige filmen den Einsatz

Direkt betroffene Fahrgäste wurden von der Notfallseelsorge betreut. Insgesamt waren 16 Kräfte der Feuerwehr, Notfallseelsorge und des Rettungsdienstes im Einsatz. Einen besonderen Dank sprach die Feuerwehr der Krankenschwester aus, die als Ersthelferin eingegriffen hatte, für "ihr besonderes Engagement".

Auch unter dem Facebook-Post der Feuerwehr Braunschweig zu dem Einsatz bedankten sich zahlreiche Nutzer bei der Frau für ihr schnelles Eingreifen. Über die Schaulustigen war dagegen die Empörung groß. "Ob die sich in so einer Notlage im Internet wiederfinden möchten??? Unfassbar", so eine Nutzerin. Ein Anderer kommentierte: "Furchtbar diese Gafferei und Filmerei. Die Strafen müssten noch viel höher sein." Inwiefern die Gaffer bei dem Vorfall in Braunschweig bestraft wurden, ist nicht ganz klar. Laut Feuerwehr war jedoch auch die Polizei vor Ort und sorgte dafür, "dass im Einsatzverlauf keine weiteren Störungen auftraten."

mit dpa