• Spritpreis steigt immer weiter: Benzin so teuer wie lange nicht - Tendenz steigend
  • Aktuelle Spritpreise: Teilweise mehr als zwei Euro für einen Liter Benzin 
  • Talkshow "Hart aber Fair": Gäste sprechen über Spritpreis-Entwicklung
  • Wie geht es in Deutschland weiter mit den Energiekosten?

Schon im Vorfeld der Bundestagswahlen stand fest: Die Spritpreise und Lebenshaltungskosten werden weiter steigen. Der Beschluss wurde Mitte des Jahres 2021 von Union und SPD mit einer Staffelung bis zum Jahr 2025 beschlossen. Schon damals war klar, dass sich "Auswirkungen auf alle Kraftstoffpreise" zeigen würden, erklärte der Regierungssprecher Steffen Seibert. Die damalige Regierung hatte als wichtigste Maßnahme für den Klimaschutz eine CO2-Bepreisung für Verkehr und Gebäude eingeführt. Damit gilt seit Jahresbeginn ein CO2-Preis von 25 Euro pro Tonne. Bis 2025 soll dieser auf 55 Euro pro Tonne steigen. Diese Erhöhung entspricht einem Aufpreis von etwa 15,5 Cent pro Liter Benzin und 17,4 Cent pro Liter Diesel. 

"Entlastet die finanziell, die dringend Hilfe brauchen", fordert Politiker der Linken 

Dass diese Erhöhungen aber nicht die alleinigen Faktoren bleiben, zeigt die aktuelle Preisentwicklung. Mehr als zwei Euro pro Liter für einen Liter Benzin gelten aktuell – nicht nur an Autobahntankstellen. Mit dieser Misere beschäftigte sich am vergangenen Montag, 11. Oktober 2021, auch die Talkshow "Hart aber Fair". Der Moderator Frank Plasberg machte wenig Hoffnung auf eine baldige Senkung der Benzinpreise. "Gewöhnt euch an die Spritpreise über zwei Euro", fasste er zusammen.

Zu Gast in der Sendung war unter anderem Ulrich Schneider, Chef des paritätischen Gesamtverbandes und Mitglied der Linken. Die steigenden Preise hält er für ein wahnsinnig großes Problem, das nicht ignoriert werden könne: "13,2 Millionen Menschen sind, statistisch gesehen, arm in Deutschland. Diese Gruppe dürfen wir nicht mit ihren Sorgen alleine lassen. Es geht um echte Not", argumentiert er. Deswegen müssten die Gesetzgebenden schleunigst tätig werden. Die, die wirklich Hilfe brauchen, Alte mit kleiner Rente, Erwerbsunfähige, Arbeitsunfähige und Arbeitssuchende müssten so gut es geht unterstützt werden. "Hoffentlich werden sich zumindest Rot und Grün in einer bevorstehenden Ampel-Koalition dem Problem bewusst", so Schneider. 

Eine Möglichkeit wäre etwa die Senkung der Mineralölsteuer. Aktuell verdient der Staat bei jedem Liter Sprit rund 99 Cent, wenn man von einem Literpreis von 1,60 Euro ausgeht. Eine Mehrwertsteuersenkung hält er für den falschen Weg für dieses Unterfangen. "Dass damit Hummer und Champagner billiger werden? Das kann es nicht sein", wetterte das Parteimitglied der Linken. SPD-Politikerin Katarina Barley ordnete die Lage differenzierter ein: "Wir wollen, dass die Menschen mehr in erneuerbare Energien investieren. Dafür braucht es Anreize." Mona Neubaur, Grünen-Landesvorsitzende in Nordrhein-Westfalen, ergänzte "dass die Deutschen in erneuerbare Energien investieren müssen". Nur so könne langfristig gespart und die Umwelt geschützt werden. "Ziel ist die Unabhängigkeit vom eigenen Auto", erklärte sie. Als Alternativen nannte sie etwa Sammeltaxis.

Spritpreis auf Rekordhoch: Das sind mögliche Gründe

Journalist Tenhagen fand in der Sendung "Hart aber Fair" gar einen komplett anderen Ansatz: "Mit einer Tank-App kann man Preise vergleichen und sparen", erklärte er. Zumindest dort wo er wohne, in Berlin. In Deutschland liegt der aktuelle durchschnittliche Preis für Superbenzin bei etwa 1,52 Euro. Laut dem Statistischen Bundesamt war der Preis zuletzt in den Jahren 2011 und 2014 so hoch. 

Warum der Spritpreis derzeit auf einem Rekordhoch ist, dafür gebe es viele Gründe, erklärt das Branchenmagazin Autobild. "Für die Rekordpreise an den Zapfsäulen hat im September maßgeblich die Preisentwicklung an den Rohölmärkten gesorgt", wird Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von clever-tanken.de zitiert.

Die Preisentwicklung der Rohölmärkte hänge wiederum von der Knappheit, ausgelöst durch Produktionsausfälle im Golf von Mexiko wegen des Hurrikans "Ida" ab. Auch die Nachfrage steige steig an, nachdem nach dem Corona-Einbruch die Umsätze langsam wieder steigen. Doch: "Einen Preistreiber wird es in jedem Fall noch geben – der Wintereinbruch", erklärt Bock. Durch die zu erwartende Nachfrage an Heizöl durch die kalte Jahreszeit werde der Preis eher weiter steigen, als fallen. 

Trotzdem noch beim Tanken sparen? Das empfiehlt der ADAC

Um den hohen Kosten zumindest etwas entgegenzuwirken, empfiehlt der ADAC das Tanken auf die Zeiträume zwischen 18 und 19 Uhr, beziehungsweise 20 und 22 Uhr zu verlegen. Dann sei der Spritpreis erfahrungsgemäß am günstigsten. So könne der Autofahrende beim Tanken zumindest "einige Euro sparen".